Umwelttipp 7: Nachhaltigkeit im Labor
Labore können bis zu zehnmal mehr Energie pro Quadratmeter verbrauchen als Büros und gehören zu den ressourcenintensivsten Arbeitsbereichen einer Universität. Beim Energiebedarf, dem Materialeinsatz oder in der Abfallproduktion besteht deshalb ein grosses Nachhaltigkeitspotenzial. Mit den folgenden gezielten Massnahmen lässt sich die Umweltbelastung deutlich senken, ohne die Qualität von Forschung und Lehre zu beeinträchtigen.
1. Energie effizient nutzen
Insbesondere der Gebrauch von Geräten wie Abzüge, Inkubatoren, Zentrifugen sowie für die Kühlung und Lüftung sind energieintensiv.
- Geräte nur bei Bedarf betreiben und konsequent ausschalten
- Abzugsscheiben nach Gebrauch schliessen, um Energieverluste zu minimieren
- Ultratiefkühler wenn möglich auf –70 °C statt –80 °C einstellen
- Geräte regelmässig unterhalten (z. B. Gefriergeräte abtauen)
- Gemeinsame Nutzung von Geräten innerhalb von Instituten koordinieren
2. Abfall reduzieren und korrekt entsorgen
Die Universität Bern stellt klare Entsorgungsrichtlinien zur Verfügung.
- Grundsätzlich gilt immer das Credo Vermeiden – Vermindern – Verwerten
- Abfall konsequent gemäss den Vorgaben der Universität Bern trennen
- Bei umwelt- oder gesundheitsgefährdenden Stoffen prüfen, ob ihr Einsatz reduziert oder eine geeignete Alternative verwendet werden kann
- Abfallmengen durch optimierte Versuchsplanung minimieren
- Recyclingmöglichkeiten (z. B. für Kunststoffe) aktiv nutzen
- Einwegprodukte kritisch hinterfragen und Alternativen prüfen
3. Ressourcen sparen und Materialien bewusst einsetzen
Der hohe Verbrauch von Einwegmaterialien bietet grosses Einsparpotenzial
- Wiederverwendbare Materialien (z. B. Glas statt Plastik) einsetzen, wo es sicher möglich ist
- Bestellungen innerhalb von Arbeits- und Forschungsgruppen bündeln und koordinieren
- Chemikalien bedarfsgerecht planen und nur in benötigten Mengen bestellen
- Materialien und Reagenzien innerhalb der Universität teilen (z.B. über interne Netzwerke oder Institute)
- Verpackungsmaterial nach Möglichkeit wiederverwenden
4. Wasserverbrauch senken
Auch Wasser ist eine wichtige Ressource im Laborbetrieb.
- Durchflusskühler durch geschlossene Kühlsysteme ersetzen
- Wasserhähne und Kühlkreisläufe regelmässig auf Lecks prüfen
- Laborspülmaschinen nur voll beladen betreiben
- Wasserverbrauch bereits bei der Planung von Experimenten berücksichtigen
5. Nachhaltige Beschaffung fördern
Die Universität Bern verankert Nachhaltigkeit strategisch in Betrieb und Beschaffung.
- Produkte mit Umweltzertifikaten oder reduzierter Verpackung bevorzugen
- Lieferanten wählen, die Rücknahme- oder Recyclingprogramme anbieten
- Langlebige, energieeffiziente und reparierbare Geräte anschaffen
- Nachhaltigkeitskriterien bei Bestellungen und Ausschreibungen berücksichtigen
6. Bestehende Initiativen und Angebote nutzen
Die Universität Bern bietet bereits verschiedene Plattformen und Programme zur Unterstützung nachhaltiger Labore.
- Am „GreenLabs Network UniBE“ teilnehmen und sich mit anderen Laboren vernetzen
- Projekte über Initiativen wie den Ideenwettbewerb "Ready to Reduce" einreichen und fördern lassen
- Angebote der Abteilung für Nachhaltige Entwicklung nutzen (Beratung, Vernetzung, Unterstützung)
- Nachhaltigkeit in Lehre und Forschung integrieren (z. B. im Rahmen von BNE – Bildung für Nachhaltige Entwicklung)
7. Sicherheit und Nachhaltigkeit kombinieren
Nachhaltigkeit und Sicherheit gehen Hand in Hand.
- Prüfen von sicheren und gleichzeitig ressourcenschonende Alternativen zu gefährlichen Stoffen
- Effiziente Arbeitsprozesse fördern, die sowohl Risiken als auch Ressourcenverbrauch reduzieren
- Alle Massnahmen im Einklang mit den Sicherheitsrichtlinien der Universität Bern umsetzen Uni interne Sicherheitsrichtlinien
