Umwelttipp 6: Nachhaltige Veranstaltungen

Ob alltägliches Meeting, Workshop, Vortrag, Apéro oder gar eine (Video-)Konferenz – Veranstaltungen bieten eine wichtige Gelegenheit, sich für Nachhaltigkeit einzusetzen. Mit folgenden einfachen Massnahmen lassen sich Ressourcen schonen, Emissionen reduzieren und trotzdem ein angenehmes Veranstaltungserlebnis schaffen.

Weitere Informationen und Empfehlungen findest du im Factsheet «Empfehlungen für nachhaltige Veranstaltungen» der Universität Bern.

Die Verpflegung gehört zu den wichtigsten Einflussfaktoren auf die Umweltbilanz einer Veranstaltung. Auswertungen der ZFV-Genossenschaft an der Universität Bern zeigen, dass Lebensmittel den grössten Anteil der verursachten Treibhausgasemissionen ausmachen.  

Bereits kleine Anpassungen bei der Catering-Planung können viel bewirken.

  • Vegetarische und vegane Angebote bevorzugen und nach Möglichkeit als Standard anbieten
  • Regionale, saisonale und möglichst biologisch produzierte Lebensmittel bevorzugen
  • Leitungswasser statt Flaschenwasser anbieten und vorhandene Trinkwasserangebote nutzen (Universität: Blue University – Universität Bern)
  • Die Verpflegung möglichst genau auf die Anzahl Teilnehmenden abstimmen, um Food Waste zu vermeiden
  • Übrig gebliebene Lebensmittel weiterverwenden oder verschenken

Die umweltfreundlichste Verpackung ist jene, die gar nicht erst anfällt. Besonders bei Verpflegung und Veranstaltungsunterlagen entstehen oft unnötige Abfälle.

  • Mehrweggeschirr/Mehrwegbecher verwenden
  • Einladungen, Programme und Unterlagen möglichst digital bereitstellen
  • Falls Printmaterial nötig ist, Recyclingpapier verwenden und doppelseitig drucken
  • Wiederverwendbare Namensschilder und Veranstaltungsmaterialien einsetzen sowie Materialien innerhalb der Universität weitergeben und mehrfach nutzen.
  • Möglichkeiten zur Abfalltrennung sichtbar kennzeichnen
  • Give-aways und Werbeartikel nur gezielt einsetzen oder darauf verzichten

Die Wahl des Transportmittels verursacht bei vielen Veranstaltungen einen grossen Teil der Treibhausgasemissionen.

  • Wenn möglich, hybride oder digitale Teilnahmeformen anbieten
  • Veranstaltungsorte wählen, die gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sind
  • Informationen zur Anreise mit Bus und Bahn bereits in der Einladung kommunizieren
  • Veloparkplätze sichtbar ausweisen
  • Referierende und Gäste wenn möglich aus der Region oder aus gut mit der Bahn erreichbaren Orten einladen
  • bei Flugreisen auf klimafreundlichere Alternativen aufmerksam machen
  • Bei mehrtägigen Veranstaltungen Unterkünfte in Gehdistanz zum Veranstaltungsort empfehlen, um zusätzliche Fahrten zu vermeiden

Auch bei Veranstaltungen lässt sich der Energieverbrauch mit einfachen Massnahmen reduzieren. Neben Beleuchtung und Raumklima spielt insbesondere die eingesetzte Technik eine wichtige Rolle.

  • Räume nur so gross wie nötig wählen und vorhandene Räume möglichst gut auslasten
  • Licht, Beamer und technische Geräte nur bei Bedarf einschalten
  • Geräte in Pausen und nach Veranstaltungsende ausschalten statt im Stand-by-Modus belassen
  • Räume effizient lüften und unnötiges Heizen oder Kühlen vermeiden
  • Vorhandene technische Infrastruktur nutzen, anstatt zusätzliche Geräte bereitzustellen oder anzuschaffen
  • Bei hybriden und virtuellen Veranstaltungen Kameras und Aufzeichnungen gezielt einsetzen, um Datenmengen und Energieverbrauch zu reduzieren (siehe auch Factsheet zu Nachhaltigkeit im digitalen Arbeitsalltag)

Veranstaltungen können nicht nur umweltfreundlicher organisiert werden, sondern auch andere Menschen zum nachhaltigeren Handeln inspirieren.

  • Nachhaltigkeitsmassnahmen transparent kommunizieren
  • Teilnehmende zu einer umweltfreundlichen Anreise motivieren
  • Nachhaltige Projekte und Initiativen der Universität Bern sichtbar machen
  • Erfahrungen und erfolgreiche Massnahmen dokumentieren und für zukünftige Veranstaltungen weitergeben

Nachhaltige Veranstaltungen umfassen neben Umwelt- und Klimaschutz auch soziale Aspekte.

  • Regionale Anbieterinnen und Anbieter berücksichtigen
  • Auf faire Arbeitsbedingungen bei Catering- und Dienstleistungsbetrieben achten
  • Fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee oder Schokolade anbieten
  • Veranstaltungen möglichst barrierearm gestalten (Beispiel: bei der Raumwahl auf Rollstuhlgängigkeit achten)
  • Eine inklusive und respektvolle Veranstaltungskultur fördern

Wussten Sie schon?

Nachhaltige Veranstaltungen können nicht nur Umwelt und Klima entlasten, sondern langfristig auch Einsparungen ermöglichen. Weniger Druckmaterialien, ein geringerer Materialverbrauch sowie die Vermeidung von Food Waste und Abfällen können zu niedrigeren Kosten beitragen. Auch digitale oder hybride Formate können Reise- und Infrastrukturkosten reduzieren. Quelle: Lazar, N. (2023). Towards Sustainable Event Planning: Current State of Play.