FAQ zur Roadmap

Teilansicht vollbesetzter Hörsaal mit seitlicher Treppe

Die Universität Bern erarbeitet eine umfassende Roadmap mit konkreten Massnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen sowie weiteren Ansätzen für Klimaschutzengagement. Ursprünglich verfolgte die Universität das Ziel, bis 2025 klimaneutral zu werden. Dieses ambitionierte Ziel wurde jedoch durch politische und gesellschaftliche Entwicklungen sowie neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Kompensationsprojekten überholt.

Aktuell erarbeitet die Universität Bern eine langfristige Klimastrategie 2040. Darauf aufbauend strebt sie das Netto-Null-Ziel an. Die „Roadmap Klima 2030“ wird entwickelt und soll bis Ende 2026 als gemeinsame, universitätsweite Grundlage vorliegen.

Die Universität Bern gehört in der Erforschung des Klimawandels zu den weltweit anerkannten Forschungsinstitutionen. Gleichzeitig bekennt sie sich in ihrer Strategie 2030 dazu, die Anforderungen einer nachhaltigen Entwicklung in ihren wissenschaftlichen, administrativen und betrieblichen Bereichen zu berücksichtigen und ihre Leistungen in den Bereichen Nachhaltigkeit (Ökologie, Soziales, Wirtschaft, Kultur und Klima) kontinuierlich zu verbessern.

Vor diesem Hintergrund will die Universität nicht nur Klimaforschung betreiben, sondern auch im eigenen Betrieb sowie bei Dienstreisen einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Sie ist sich ihrer Verantwortung bewusst, strebt eine Vorreiterrolle an und verfolgt das Netto-Null-Ziel.

Aus diesem Grund erarbeitet die Universität Bern eine umfassende Roadmap mit Massnahmen zur Reduktion von Emissionen und Umweltauswirkungen sowie zum Umgang mit nicht vermeidbaren Emissionen.

Die Reduktion von Treibhausgasemissionen hat für die Universität Bern oberste Priorität. Gleichzeitig gibt es Emissionen, die sich nicht vollständig vermeiden lassen – etwa durch bestimmte Dienstreisen oder bei der Bereitstellung von Energie, auch aus erneuerbaren Quellen. Zudem ist die Universität Bern derzeit aufgrund der Personalverordnung des Kantons Bern verpflichtet, die durch Flugreisen verursachten Emissionen zu kompensieren. Deshalb verfolgt die Universität ergänzend eine Strategie zum Umgang mit diesen unvermeidbaren Emissionen. Sie ist sich ihrer Verantwortung bewusst und leistet in Höhe ihrer Emissionen Beiträge zum Klimaschutz. Diese Beiträge können unterschiedliche Formen annehmen: etwa Klimaschutzprojekte zur Emissionsreduktion ausserhalb der Universität, Projekte mit Bezug zur universitären Forschung oder Massnahmen innerhalb der Universität Bern. Für das Klima ist es unerheblich, wo Emissionen reduziert werden.

Langfristig sollen die Beiträge verstärkt in sogenannte Senkenprojekte fliessen, bei denen der Atmosphäre Treibhausgase entzogen und dauerhaft gespeichert werden – beispielsweise durch natürliche Lösungen wie Pflanzen oder Moore oder durch technologische Verfahren.

Für CO2-Zertifikate aus Klimaschutzprojekten orientiert sich die Universität am Regelwerk für die Auslandkompensation des Pariser Abkommens bzw. den ehemaligen UNFCCC-Regelungen (United Nations Framework Convention on Climate Change). In diesem Fall müssen die Projekte mindestens die folgenden Kriterien erfüllen:

  1. Quantifizierbarkeit ist gegeben, d.h. die Massnahme führt zu einer quantitativ bestimmbaren Minderung von CO2-Emissionen (bzw. einem CO2-Äquivalent CO2eq),
  2. Additionalität ist gegeben, d.h. die Massnahme wird nur durchgeführt, um einen Klimaschutzeffekt zu erzielen, sie würde ohne den Anreiz der CO2-Zertifikate nicht durchgeführt werden,
  3. Permanenz ist gegeben, d.h. die tatsächlich erreichte CO2eq-Minderung ist dauerhaft,
  4. die Minderung oder Einsparung ist bereits erfolgt, das Projekt wird ex post statt ex ante betrachtet,
  5. ein Monitoring, d.h. Transparenz und die Prüfung durch unabhängige Dritte ist sichergestellt.

Des Weiteren werden Projekte gesucht, die einen Bezug zur Universität Bern (z.B. regional oder bzgl. der Forschung) aufweisen.

Die Treibhausgasbilanz der Universität Bern umfasst nicht nur Kohlendioxid (CO₂), sondern alle relevanten Treibhausgase. Da diese Gase unterschiedlich stark zur Erderwärmung beitragen, werden ihre Emissionen anhand ihres jeweiligen Treibhauspotenzials in CO₂-Äquivalente (CO₂eq) umgerechnet. Durch diese Standardisierung können die verschiedenen Treibhausgase vergleichbar gemacht und in einer einheitlichen Kennzahl ausgewiesen werden. Dies ermöglicht eine konsistente und transparente Darstellung der gesamten Klimawirkung in der Treibhausgasbilanz der Universität Bern.

Für die Erstellung von Treibhausgasbilanzen gilt das international anerkannte Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protokoll) als Standard. Die Universität Bern erstellt seit 2019 ihre Treibhausgasbilanz und orientiert sich dabei am GHG-Protokoll. Das GHG-Protokoll unterscheidet dabei zwischen direkten Emissionen (Scope 1), indirekten energiebezogenen Emissionen (Scope 2) und weiteren indirekten Emissionen (Scope 3).

Im Jahr 2024 betragen die Gesamtemissionen der Universität Bern 8’050 Tonnen CO₂-eq. Die direkten Emissionen (Scope 1) machen rund 10 Prozent der Gesamtemissionen aus. Weitere 23 Prozent entfallen auf den Bezug von Strom, Fernwärme und Fernkälte (Scope 2), während 67 Prozent auf weitere indirekte Emissionen (Scope 3) zurückzuführen sind.

Weitere Informationen sind in den Treibhausgasberichten der Universität Bern zu finden.

Treibhausgasberichte der Universität Bern

Zu Beginn wurden vier Phasen definiert, die der Grundidee folgen, dass zunächst eine Treibhausgasbilanz als Grundlage für eine fundierte Standortbestimmung erstellt wird. Darauf aufbauend werden im Rahmen der „Roadmap Klima 2030“ und gemeinsam mit den Fakultäten sowie dem Zentralbereich Reduktionspotenziale ermittelt, geeignete Massnahmen entwickelt und Klimaschutzbeiträge für die verbleibenden Emissionen festgelegt.

Von Beginn an wurde parallel an diesen Themen gearbeitet; die Phasen verlaufen daher nicht nacheinander, sondern gleichzeitig und werden kontinuierlich weiterentwickelt.

Die Universität Bern erstellt jährlich eine Treibhausgasbilanz, die regelmässig im Hinblick auf Vermeidungs- und Verminderungspotenziale überprüft wird.

Mehr zu den Reduktionsmassnahmen finden Sie hier.

Die Reduktion von Treibhausgasemissionen ist eine gemeinsame Aufgabe, die alle Angehörigen der Universität Bern betrifft. Um die Emissionen wirksam zu senken, sind wir alle gefordert, unsere gewohnten Aktivitäten und bestehenden Abläufe kritisch zu hinterfragen und aktiv zur Reduktion beizutragen.

Die Gesamtprojektleitung der „Roadmap Klima 2030“ liegt beim Vizerektorat Qualität und Nachhaltige Entwicklung. Dort werden gemeinsam mit den zuständigen Bereichen und Fakultäten Reduktionsmassnahmen entwickelt und deren Umsetzung begleitet. Für spezifische Themen können zudem fakultätsübergreifende Arbeitsgruppen gebildet werden.

Bei Fragen wenden Sie sich an das Team des Vizerektorats Qualität und Nachhaltige Entwicklung: nachhaltigkeit.ne@unibe.ch